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Geschrieben

Frage an die VISA-2-Zylinder-Experten:

Der Boxermotor erzeugt im Kurbelgehäuse heftige Druckschwankungen allein wegen seiner gegenläufigen Kolbenbewegung.

Damit aber kein Öl herausgedrückt wird, sorgt man bei der Ente z.B. durch das Schnüffelventil dafür, dass das Luft/Gas-Gemisch in der Überdruckphase aus dem Kurbelgehäuse leicht in Richtung Luftfilter entweichen kann, aber beim Auseinanderlaufen der Kolben nicht vollständig zurückgesaugt werden kann.

Die Folge ist im zeitlichen Mittel permanenter Unterdruck.

Der Unterdruck ist natürlich auch beim VISA nötig - Forderung laut Werkstattunterlagen: 5 cm Wassersäule im Leerlauf.

Ist der Unterdruck nicht vorhanden, soll das "Entlüftungsventil" gewechselt werden, mit einem Pfeil auf den Öleinfüllstutzen.

Weder in diesem Stutzen, den ich allerdings nicht demontieren kann, noch in den anderen Wegen von/zum Luftfilter kann ich etwas Ventil-ähnliches entdecken, lediglich mit Metallgeflecht gefüllte Kammern (im Luftfilter und im Öleinfüllstutzen).

Vielleicht kann mir und uns allen jemand erklären, wie sich beim VISA der beschriebene Unterdruck aufbaut.

...weshalb ich das alles schreibe?

Mein VISA zeigte einen schwankenden Unterdruck, mal ok, mal nahezu null, ohne klare Abhängigkeit vom jeweiligen Betriebszustand. Manchmal landete Motoröl im Luftfilter.

Letzlich habe ich den gesamten Öleinfüllstutzen im Ultraschallbad gereinigt, mit dem Ergebnis, dass direkt nach dem Einbau eher Überdruck sich einstellte, nach ein paar Laufminuten nun aber bis jetzt ordentlicher Unterdruck vorhanden ist.

Nun bin ich aber jemand, der das gern verstehen würde.

Deshalb meine Frage!

.

Geschrieben

Kann es sein, dass das Ventil erst mit Öl dichtet/funzt und nach der reinigung noch kein Öl an deinem gereinigten Einfüllstutzen war?

Geschrieben

Hallo Murmeltier,

das kann gut so sein.

Überzeugt wäre ich, wenn es das Ventil wirklich gäbe und ich seine Funktionsweise kennen würde.

Beim Entenventil bleibt da keine Frage offen.

Wenn die VISA-Experten hier mich nicht richtig schlau machen können, dann werde ich so einen Öleinfüllstutzen mal zersägen und das Ventil suchen.

Fände ich da nur Metallgeflecht, hätte ich mein Verständnisproblem weiter und müßte mich grämen.

...also überlegt alle noch einmal !

.

Geschrieben

Hallo Knut,

tut mir leid, daß ich nicht helfen kann. Ich bin mein Leben lang nur 4-Zylinder gefahren. 5 Mal Visa, alle 5 Male 4-Zylinder. Ich habe somit offenbar eine echte Wissenslücke...

Nette Grüße

Klaus

Geschrieben

...also VISA-2-Zylinder-Experten, ich versuche es noch einmal.

Wie ist das mit dem Unterdruck und dem Ventil?

In Utrecht oder spätestens in Nehren möchte ich dazu was hören!

.

  • 2 Monate später...
Knut Rothstein
Geschrieben

...nachobenschieb...

Noch habe ich keinen Öleinfüllstutzen aufgeschnitten.

Ich rechne immer noch darauf, von den Experten schlau gemacht zu werden.

Geschrieben

Hallo Knut!

Ich kenne zwar die Visa nicht aber die Ente. Bei den neueren Baujahren steckt das Ventil beim 2CV ja auch im Öleinfüllstuzen ohne das man es sehen kann. Das demontierbare getrennte Schnüffenventil, was auch nach Wartungsplan immer mal gereinigt werden mußte, gab es zum Schluß nicht mehr. Wenn du also die ältern 2CV mit deiner Visa vergleichst, könnte das der Grund für dein Grübeln sein. Eine Schnittzeichnung des neueren Öleinfüllstuzen habe ich leider nicht.

Als meine Deuche anfing Öl an den Wellendichtungen zu verlieren, hab ich, nach etwas Suchen, einfach den ganzen Einfüllstutzen getauscht und seitdem ist Ruhe.

Wenn ich den alten noch finde, könnte man den ja mal aufsägen...

Hoffe die Infos helfen dir!

Grüße

Daniel

  • 2 Wochen später...
Knut Rothstein
Geschrieben

...zunächst mal vielen Dank an die, die nachgedacht und sich hier gemeldet haben.

Meine Aktionen - Reinigung des Öleinfüllstutzens und Wechsel des ganzen Teils - haben doch nicht zu einem nachhaltigen Erfolg geführt.

Unterdruck ist wieder sehr klein, manchmal negativ.

Motor läuft zwar dennoch ordentlich. Gelegentlich pustet er nach dem Anlassen ein aber Ölwölkchen, auch schon mal eine Wolke, aus dem Auspuff.

Gelegentlich heißt schon mal nach 20 Fahrten oder auch erst nach sechs Wochen.

Ölverbrauch ganz gering, also keine große Ölverbrennung während des normalen Betriebs.

Noch etwas zum gemessenen Unterdruck: beim Beschleunigen des Motors im Leerlauf eher negativ, beim Gaswegnehmen dann guter Unterdruck.

Neu ist das Maschinchen natürlich auch nicht mehr, gerade 100.000 km nach rund 19 Jahren (!!!) überschritten, davon bald 20.000 in den letzten drei Jahren unter meiner Regie.

Da in absehbarer Zeit die Kupplung fällig wird, wird es auch eine Motorinspektion geben, Ventilschaftdichtungen usw.

Vielleicht werde ich dann schlauer.

Noch eine Erscheinung kann ich den Experten für ihre weiteren Diagnosen bieten:

nach längerer Autobahnfahrt (Stunden) landet schon mal Motoröl im Luftfilter, wo es bekanntlich nicht hingehört - so geschehen im vorigen Jahr bei der Fahrt zum VISA-Jubiläums-Treffen in Meerkerk/NL.

Gast gelöscht[107]
Geschrieben

Ich weiß nu nicht so ganz konkret über den Visa-Motor Bescheid. Aber grundsätzlich ist ein Überdruck bei Last und dann normaler Unterdruck bei Schiebebetrieb oder Weniglast kombiniert mit Blauwolken ausm Auspuff ein eher deutliches Indiz für irgendeinen Kolbenringschaden, weil offensichtlich Verbrennungsgase mit Druck an den Kolben vorbei in das Kurbelgehäuse kommen. Ein Überdruck darf auf keinen Fall vorhanden sein. Ab einer gewissen Menge wirft das Öldämpfe bis in das Luftfiltergehäuse; das tritt besonders gerne nach längeren Lastfahrten auf. Die Blauwolken nach Kalt-/Warmstart sind ein Indiz für im Stand am Kolben vorbeilaufendes Öl Richtung Brennraum.

Der Visa-Zweizylinder ist im korrekten Zustand ein ausgesprochen dichter Motor, der weder einen Ölverbauch noch irgendeine Form von Verölung des Vergasers undoder Luftfiltergehäuse hat. Die "eingebaute" Toleranz wird bewirkt durch die diversen Metallgeflechte.

Gruß von P.

Knut Rothstein
Geschrieben

@Peter V

Danke für die Antwort, insbesondere den Hinweis auf die "eingebaute Toleranz" der Metallgeflechte im Öleinfüllstutzen und unten im Luftfiltergehäuse, wodurch der Unterdruck erzeugt werden könnte.

Es gibt ja tatsächlich kein Ventil wie in den früheren Enten.

Man kann die Ventilfunktion aber nachahmen, indem man die Arretierung der Öleinfüllklappe löst und leicht mit dem Finger auf die Klappe drückt. Dann arbeit die Klappe wie ein Flatterventil, läßt Überdruck raus, aber keine Luft zurück. Das führt zu ganz tollem Unterdruck.

Dass es an den Kolben vorbei pfeift, halte ich auch für wahrscheinlich.

Ich wundere mich nur, dass die Leistung nach wie vor normal ist und die bisherigen Kompressionsmessungen (um 9 bar) nicht auffälig sind.

Wie schon gesagt, ich werde den Motor inspizieren müssen. Ein Reserve-Maschinchen steht auch schon auf der Werkbank.

Ein Job für Herbst/Winter. Ich werde hier über den Befund berichten.

Grüße von der Hessischen Bergstraße

Gast gelöscht[107]
Geschrieben

Die Kolben sitzen ja nicht LOCKER, sondern es ist vermutlich nur ein Kolbenring gebrochen. Die Ansaugleistung des Kolbens bewirkt da noch keine Undichtigkeit, weil wie der Name schon sagt gegen die Strömungwiderstände geSAUGT wird. Der dann folgende Kompressionstrakt wird zuverlässig abgedichtet mit Öl anne Laufwand. Im quasistationären Betrieb bei einer Kompressionsprüfung ist das dann alles normal. Erst im nächsten Takt, wenn die großen Explosionskräfte kommen, fällt eine solche leichte Undichtigkeit auf. Abgase kommen mit hohem Druck in das Kurbelgehäuse rein. Ist gut riechbar am Öleinfüllstutzen, aus dem es immer gut am dampfen ist. Der Leistungsverlust ist dabei aber minimal. Wenn es zu viel wird, schlägt sich der mitgerissene Öldampf im Luftfiltergehäuse nieder. Da aber immer etwas Öldampf bewegt wird, sind die verschiedenen Drahtgeflechte vorhanden, an denen sich das Öl niederschlägt und zurückfließt. Nur wenns zu viel ist, reichen die nicht mehr aus. So was nennt man dann "Verschleißgrenze erreicht".

;-))

Gruß von P.

Knut Rothstein
Geschrieben

@Peter V

nochmal Danke!

Wir werden sehen. Wie schon gesagt, Befund nach Demontage kommt hier ins Forum.

  • 1 Monat später...
Geschrieben

Noch ein Info-Nachschlag zu meinem VISA-Thema:

1. habe noch nichts demontiert

2. Auto macht zur Zeit keinerlei Probleme - verdächtig ?

3. 450 km nach Interlaken und zurück waren wohl irgendwie heilsam

Ich mache mir aber keine Illusionen: Die beschriebenen Unregelmäßigkeiten haben einen oder mehrere Gründe, die sich mit einer erheblichen Wahrscheinlichkeit nicht von selbst erledigen.

Andererseits nimmt man nicht gern etwas auseinander, was läuft.

...also weiter beobachten...

Grüße an alle VISA-Freunde

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